Lexikon

DCF (Discounted Cash Flow)

Bewertung · Bewertung · Methode · Fair Value

Die DCF-Methode (Discounted Cash Flow) ist der theoretische Goldstandard der Unternehmensbewertung. Sie berechnet den Barwert aller zukünftigen Free Cash Flows eines Unternehmens.

Grundidee

Ein Unternehmen ist genau so viel wert wie das gesamte Geld, das es in Zukunft an seine Eigentümer:innen ausschütten kann — abgezinst auf heute.

Unternehmenswert = Σ (FCF_t / (1 + r)^t) + Terminal Value

mit:

  • FCF_t — Free Cash Flow im Jahr t
  • r — Diskontsatz (gewichtete Kapitalkosten, WACC)
  • Terminal Value — Wert aller Cashflows ab dem letzten explizit modellierten Jahr

Die zwei kritischen Annahmen

  1. Wachstumsraten: typischerweise werden 5–10 Jahre detailliert modelliert, danach ein „ewiges Wachstum” (Terminal Growth) angesetzt — oft 2 %. Schon kleine Änderungen verschieben den fair value massiv.
  2. Diskontsatz: WACC schwankt zwischen 6 % und 12 % je nach Risiko-Annahme. Ein WACC von 8 % statt 10 % erhöht den fair value einer Aktie schnell um 40 %.

Warum DCF in der Praxis oft daneben liegt

„Beträgt der Terminal Value 75 % des Modells, modellierst du nicht das Unternehmen — du modellierst die Endlosgeometrie.”

Charlie Munger sinngemäß. Praktische Probleme:

  • Garbage In, Garbage Out — Annahmen über 10 Jahre sind grobe Schätzungen
  • Terminal Value macht oft 60–80 % des Gesamtwerts aus — wer den Endwert verschätzt, verschätzt das ganze Modell
  • Hyper-Sensitivität gegenüber WACC und Wachstum — kleine Drehung im Excel ergibt 30 % anderen fair value

Wie nutzt Archival.ai DCF?

Statt eines präzisen Punktwerts liefert Archival.ai eine DCF-Bandbreite mit Best/Base/Worst-Case-Annahmen — plus einen Cross-Check über KGV und EV/EBITDA. Konvergieren mehrere Methoden auf einen ähnlichen Wert, ist die Bewertung robust. Klaffen sie auseinander, ist das ein Signal zum Weiterrecherchieren.