Lexikon

Free Cash Flow (FCF)

Cashflow · Cashflow · Bewertung · Kennzahl

Der Free Cash Flow (FCF) ist der Geldbetrag, der einem Unternehmen nach allen operativen Ausgaben und nach Investitionen in Sachanlagen frei zur Verfügung steht — für Dividenden, Aktienrückkäufe, Schuldentilgung oder Akquisitionen.

Berechnung

FCF = operativer Cashflow − Investitionen in Sachanlagen (Capex)

Manche Analyst:innen rechnen zusätzlich Working-Capital-Effekte heraus, um eine „normalisierte” Größe zu erhalten.

Warum FCF wichtiger ist als der Gewinn

Der ausgewiesene Gewinn lässt sich durch buchhalterische Spielräume verschieben:

  • Abschreibungs-Methodik
  • Aktivierung von Entwicklungskosten
  • Aufdeckung stiller Reserven
  • Steuer-Optimierung

FCF ist härter — entweder ist das Geld da oder nicht. Warren Buffett nennt den FCF „Owner Earnings” — den Betrag, den ein Eigentümer herausziehen könnte, ohne das Geschäft zu beschädigen.

FCF-Yield

FCF-Yield = FCF / Marktkapitalisierung

Ein FCF-Yield von 8 % bedeutet: das Unternehmen erwirtschaftet 8 € Free Cash Flow pro 100 € Aktien-Marktwert. Im Vergleich mit dem Anleihen-Markt eine intuitive Bewertungs-Kennzahl.

Grenzen

  • Sondereffekte wie der Verkauf eines Geschäftsbereichs blähen den FCF einmalig auf
  • Stark wachsende Unternehmen haben oft negativen FCF — sie investieren in die Zukunft, das ist kein Schwächezeichen
  • Working-Capital-Schwankungen können einzelne Quartale verzerren — immer 12 Monate rollend betrachten