EV/EBITDA
Bewertung · Bewertung · Kennzahl
EV/EBITDA setzt den Enterprise Value (Marktkapitalisierung plus Nettoverschuldung) ins Verhältnis zum EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen).
Formel
EV/EBITDA = (Marktkapitalisierung + Nettoverschuldung) / EBITDA
Wo das [[KGV|kgv]] nur das Eigenkapital betrachtet, schaut EV/EBITDA auf das gesamte Unternehmen — inklusive Schulden. Damit wird es kapitalstruktur-neutral und vergleicht Konzerne mit unterschiedlich hohem Fremdkapital fair.
Wann ist EV/EBITDA dem KGV überlegen?
- Verschuldete Unternehmen (Telekom, Versorger, M&A-Driven Wachstum)
- Verluste auf Netto-Ebene durch hohe Abschreibungen
- Branchenvergleich über Länder hinweg mit unterschiedlicher Steuerbelastung
- Übernahmebewertung (M&A) — Käufer zahlen für das Unternehmen, nicht nur für die Aktie
Typische Werte
- 6–10: solide etablierte Industrie
- 10–15: stabiles Wachstum
- über 20: Wachstumsmarkt oder Spekulationsblase
Wie beim KGV gilt: immer im Branchenkontext lesen.
Grenzen
EBITDA blendet Abschreibungen aus, die in kapitalintensiven Branchen (Stahl, Telekom, Airlines) reale Erhaltungs-Investitionen darstellen. Ein Konzern mit niedrigem EV/EBITDA aber hohem Capex muss laufend re-investieren, sonst schrumpft die Substanz. Für diese Fälle ist der [[Free Cash Flow|fcf]] aussagekräftiger.